Weihnachtsleserei #3 im Studio der Bullerei

Weil es am dritten Advent bei der Weihnachtsleserei so mega gemütlich war, sind der geliebte Elbläufer und ich auch am vergangenen Sonntag gen Bullerei gepilgert. Da die Veranstaltung bei sämtlichen Hamburg-Magazinen Tagestipp gewesen ist, sind wir zum Glück schon etwas früher los. Das war eine gute Idee, denn obwohl wir schon

gut zwanzig Minuten vor Einlassbeginn da waren, wartete dort bereits eine kleine Menschentraube. Ihr könnt es euch denken: es wurde knallevoll. Also extrem knallevoll. Selbst in der Weihnachtskugeldeckendeko spiegelten sich die zusammengepferchten Massen:

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Was sich jetzt wie fleischgewordener Wahnsinn anhört, war eigentlich gar nicht so schlimm. Man rückte halt einfach etwas näher zusammen und besetzte jeden verfügbaren Zentimeter des Studios mit atmender Masse. So wurde es recht kuschelig. 😉

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Es ist auch nicht verwunderlich, dass derart viele Menschen kamen. Denn zum einen gab es Gutes zu tun – nämlich für das Kinder-Hospiz Sternenbrücke und das Straßenmagazin „Hinz&Kunzt“ zu spenden. Zum anderen hatte man die einmalige Gelegenheit, Katrin Bauerfeind und Thees Uhlmann zu lauschen. Der Musiker/Schriftsteller und die Journalistin/Autorin/Moderatorin waren ein eingespieltes Duo und standen nicht zum ersten Mal gemeinsam auf der Bühne. Das hat man ihrer kurzweiligen Präsentation auch angemerkt. Mal las Katrin Bauerfeind Artikel von sich vor, mal erzählte Thees Uhlmann von seinen Weihnachtsgeschenkehits oder las aus seinem ersten Roman „Sophia, der Tod und ich“ (ich muss dieses Buch unbedingt lesen!!!). Beide waren absolut professionell bei der Sache, aber eben auch sehr authentisch – mit viel Freiraum für Improvisation. Vor allem die kleinen Wortgefechte der beiden, die vor Humor und Esprit nur so sprühten, haben mir extrem gut gefallen.

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Natürlich hatte man auch wieder ausgiebig Gelegenheit, sein Geld für einen guten Zweck dazulassen, denn auch dieses Mal gab es eine Versteigerung. Der Preis (ein handsigniertes Kochbuch von Tim Mälzer nebst einem Schnibbelkursgutschein für zwei Personen bei ihm sowie eine Fahrt auf der Aida Prima für zwei Personen auf der Metropol-Route) ging letztlich für 610 Euro weg. Aber die Weihnachtsleserei wäre nicht die Weihnachtsleserei, wenn es nicht noch eine Überraschung gegeben hätte. Nach der Auktion kam Tim Mälzer auf die Bühne und verkündete, dass sich jetzt auch noch Thees Uhlmann für den guten Zweck versteigern lassen würde. Sprich: ein Wohnzimmerkonzert mit ihm. Und weil Tim sich ob so viel Großzügigkeit beschämt sah (echt unnötig, denn der Mann engagiert sich sozial schon enorm), bot er dann gleich auch noch an, an dem Abend beim Gewinner mit einem Catering fürs leibliche Wohl zu sorgen.

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Und ab ging die Post. Die Gebote überschlugen sich förmlich. Es war ein Mordsspaß. Bei 600 Euro angekommen, wurde die Dame mit dem aktuellen Gebot gefragt, ob sie denn aus Hamburg kommen würde. Nein, aus Karlsruhe, war die Antwort. Tim Mälzer hob die Hand und brüllte: „650 Euro! Ich hab‘ keinen Bock nach Karlsruhe zu fahren.“ Die Lacher hatte er auf seiner Seite, versteht sich. Da es aber irgendwie doof ist, sich selbst zu ersteigern, versuchte Steffen Hallaschka (ihr wisst schon, der Moderator von Stern TV), der sich mit anderen Promis hinter dem Tresen tummelte, die Situation zu retten: „700 Euro! Und Tim zahlt die Hälfte.“ Nun ja. Letztlich ging das Wohnzimmerkonzert für 710 Euro an eine junge Frau aus Hamburg, die so ihren 30. Geburtstag zu feiern gedenkt. Klasse.

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Zum Schluss wurde es noch quasi-besinnlich, denn Bauerfeind und Uhlmann wollten mit dem Publikum „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ singen. Texthänger wurden von Katrin Bauerfeind nicht geduldet: „Ihr habt doch alle ein Handy dabei. Googelt halt mal schnell den Text.“ Während die beiden Lesegäste auf der Bühne während der Singerei ein wenig eskalierten und das weiße Flöckchen ansatzweise in eine Heavy-Metal-Version kleideten, sang das Publikum natürlich brav und besinnlich die Originalversion. 😉

Ihr seht: es war ein wirklich ganz fantastischer Adventsnachmittag. Und das Beste: auch nächstes Jahr wird es wieder Weihnachtslesereien geben. Das steht schon jetzt fest. Und wahrscheinlich dann sogar bereits zum ersten Advent. Das war mal eine richtig gute Nachricht.

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4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Gunnar sagt:

    Thees Uhlmann ist schon ein cooler Typ, bei dem Wohnzimmerkonzert wäre ich gern dabei. „Sophia, der Tod und ich“ habe ich übrigens schon gelesen…;-)

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    1. Elbgängerin sagt:

      Ja, auf das Wohnzimmerkonzert bin ich auch ein wenig neidisch. Ich sollte fürs nächste Jahr vorsorglich sparen … Und wie hat dir der Roman gefallen??? Die Auszüge fand ich witzig. Wie ist der Gesamteindruck so?

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      1. Gunnar sagt:

        Och, ganz gut. Kein Jahrhundertroman, aber witzig, fröhlich, traurig und auch etwas kitschig. Wenn du seine Songs magst, dann kannst du auch mit dem Roman etwas anfangen.

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      2. Elbgängerin sagt:

        Dann wird das Buch wohl meine Weihnachtslektüre. 🙂

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