Wild + Fat: Wildwuchs Brauwerk-Tasting im Fat Lenny’s

Gestern war die ganze Stadt ja ein wenig im Elphi-Eröffnungswahn. Meine Timeline war vollgestopft mit Bildern der Elbphilharmonie, Vorberichten und Countdowns. In Hamburg schien es gestern keine andere Veranstaltung zu geben. Was natürlich nicht stimmte. In Hamburg ist immer und vor allem viel los. Deswegen haben der Elbläufer und ich die Eröffnungsübertragung aufgenommen (kann man sich ja angucken, wenn sich der Hype gelegt hat und einem die Elphi-Euphorie nicht mehr so auf den Senkel geht) und sind lieber ins Fat Lenny’s gegangen. Denn dort fand gestern unter dem Motto „Wild + Fat“ ein Tasting mit allen sieben Craftbieren von Wildwuchs Brauwerk statt – und zwar unter der Leitung von Fiete, also dem Braumeister höchst persönlich.

Einige von euch wissen ja schon, dass wir ziemlich große Fans von den Bieren dieser Brauerei sind. Dementsprechend kannten wir sechs der sieben Craftbiere bereits. Aber wir wollten halt die Gelegenheit nutzen, alle einmal im direkten Vergleich verkosten zu können. Mal ganz davon abgesehen, dass Fiete zu jedem Bier unheimlich interessante Details zu erzählen hatte. Zum Beispiel, dass das Schlanke nicht wie die anderen Biere in der Nähe von Lüneburg, sondern in Dänemark gebraut wird. Weil da halt Mais mit drin ist. Deutsches Biergesetz und so. Der milde Hopfen in diesem Lager ist ein echtes Geschmackshighlight: schön leicht und fruchtig und schmeichelnd-verführerisch. Wenn es nicht auch Männern so gut schmecken würde, könnte man es fast als Mädchenbier bezeichnen. 😉

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Als zweites Bier wurde das Fastmoker Pils gereicht. Warum ausgerechnet ein Pils? Weil Fiete unbedingt mal eins brauen wollte, das auch schmeckt. 😉 Ist ihm voll und ganz gelungen, denn es ist nicht nur herb, sondern eben auch schön fruchtig.

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Danach war das WildHopp dran, über das ich hier schon geschrieben habe. Schmeckt immer noch frisch. 😉 Die Entstehungsgeschichte kannte ich ja bereits. Aber ich habe trotzdem etwas gelernt. Nämlich dass für das Biergebraue vor allem die unbefruchteten weiblichen Dolden wichtig sind. Und dass Hopfen mehrjährig ist und sich quasi wie Unkraut ausbreitet.

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Es folgte mein absoluter Liebling: das Rauchbier Alt Kanzler. Klar, wenn es um Rauch und Hamburg geht, muss man automatisch an den Altkanzler denken. Was mich besonders überzeugt hat: das Raucharoma ist deutlich da, aber derart fein ausbalanciert, dass es die anderen Geschmacksnuancen nicht platt macht. Ein Rauchbier so ausgewogen hinzubekommen, ist schon ganz, ganz große Braukunst. Überhaupt sind alle Biere von Wildwuchs Brauwerk eher fein und nuanciert. Das musste ich Fiete während des Tastings dann auch als Lob aufs Gemüt drücken. Dieser erklärte dann wiederum, dass das Absicht sei. Es gäbe halt Craftbiere, die unheimlich genial schmecken würden, aber derart intensiv seien, dass man keine ganze Flasche davon trinken könne – das wolle er mit seinen Kreationen vermeiden. Mission accomplished!

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Weiter ging es mit den Starkbieren. Den Anfang machte das Bock O’Range. Und meine Geschmacksnerven machten Party. Der hier verwendete Hopfen (Mandarina Bavaria) hat eine derart tolle Orangennote, dass ich aus dem Jubeln gar nicht mehr herauskam (dieses Bock hatte ich halt zuletzt vor ein paar Monaten getrunken – da war mir dieser geniale fruchtig-herbe Geschmack nicht mehr so präsent).

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Als vorletztes Bier kam das mir unbekannte X-Tra dran, ein Imperial Dark Ale mit sehr malzigen Nuancen. Fiete bezeichnete es auch als sein Frühstücksbier. Alles klar. 😉 Obwohl ich Malznoten normalerweise sehr mag, muss ich bei X-Tra leider passen. Mir war es zu säuerlich. Weil es aber das einzige Bier von Wildwuchs Brauwerk war, das ich noch nicht kannte, bestellte ich mir nach dem Tasting trotzdem tapfer noch eine Flasche. Vielleicht musste man sich ja auch nur etwas intensiver damit auseinandersetzen. Äh. Nö. Man kann halt nicht alles mögen. Letztlich hat mein Elbläufer dann mein Glas ausgetrunken. 😉

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Kommen wir zum Finale: Carroux Caffee – das Espresso Ale, das mich immer wieder zum Schwärmen bringt, weil es für mich seit langem schon das von mir sonst so geliebte Guinness abgelöst hat. Interessant waren hier aber auch die Hintergrundinformationen, denn Fiete musste ganz schön tüfteln, bis er das richtige Mischverhältnis von Bier und Kaffee hatte. Beim allerersten Versuch schwammen die Kaffeeöle als Fettaugen auf dem Bier, das dadurch nicht nur furchtbar aussah, sondern ebenso schmeckte. Was für ein Glück, dass er am Ball geblieben ist, bis er das jetzige Ergebnis hatte!

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Vielleicht merkt ihr es schon: mich hat der gestrige Abend total begeistert. In netter Atmosphäre leckere Craftbiere trinken, auf unterhaltsame Art etwas lernen und nebenbei noch ein Pulled Pork Sandwich futtern, das mit zum Tasting gehörte. Und andere standen im Regen um sich die Elphi-Eröffnung anzuschauen. Ich werde das Gefühl nicht los, dass ich es da besser hatte.

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