Hetlinger Schanze: Elbstrand geht auch in entspannt

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Zugegeben, man muss ein Auto haben oder aber passionierter Fahrradfahrer sein, um es bis zur Hetlinger Schanze zu schaffen. Aber die Verkehrsmühen lohnen sich. Denn wenn man dort einen Tag am Elbstrand verbringt, fühlt man sich quasi wie im Kurzurlaub.

Kaum wird es draußen wärmer, zieht es gefühlt halb Hamburg an die Elbe. Oder präziser ausgedrückt: an den Elbstrand. Okay, das ist jetzt vielleicht ein gaaaaaanz klein wenig übertrieben. Denn mindestens ebenso viele Menschen stapeln sich bei schönem Wetter auch im Stadtpark oder in Planten un Blomen (für Nicht-Hamburger: das sind die beiden großen Parkanlagen hier). Aber der Elbstrand ist halt nicht so groß wie die beiden Parks. Da fallen die Menschenmassen (samt deren unterschiedlichen Musikgeschmäckern, die einem dank mobiler Boxen entgegendröhnen, deren kulinarischer Gelüste – ohne Grillzeugs geht es anscheinend nicht – und den dann dagelassenen Müllbergen) einfach mehr auf. Kurzum: am Elbstrand ist es eigentlich immer brechend voll, wenn die Sonne scheint. Entspannung ist da nicht wirklich zu finden. Zumal dann ja auch noch kreischende Kinder herumtollen und Hunde verspielt durch die Gegend rennen. Das hat natürlich auch alles seine Berechtigung und ist gut und schön. Aber wenn man sich tatsächlich mal einen Tag entspannen möchte, dann sollte man den Elbstrand meiden. Zumindest in Hamburg.

Einmal über den Deich, bitte
© Elbgängerin

Wenn man aber nicht gleich ans Meer flüchten möchte, was dann für den gemeinen Hamburger mit einem freien Tag im Gepäck entweder Timmendorfer Strand oder St. Peter-Ording bedeuten würde, der findet auch rund 30 Kilometer außerhalb Hamburgs eine tolle Naherholung. Und das sogar mit Elbstrand. Verlässt man die Stadt nämlich in westlicher Richtung, findet man hinter Wedel in der Haseldorfer Marsch die Hetlinger Schanze. Und die kann dem nach Erholung lechzenden Großstädter eine Menge bieten.

Man kann die Elbe schon sehen
© Elbgängerin

Zum einen liegt sie mitten im größten Naturschutzgebiet Schleswig-Holsteins. Lauter Musik und Müllbergen begegnet man hier nicht. Kinder und Hunde verteilen sich großzügig auf weiter Fläche. Und es ist derart viel Platz, dass selbst Fußgänger und Radfahrer eine friedliche Koexistenz führen können. Das Highlight der Hetlinger Schanze erreicht man aber nach einem kurzen Fußmarsch (Autos müssen bitte vorm Deich geparkt werden) von etwa zehn Minuten: den sieben Kilometer langen Sandstrand direkt an der Elbe. Und das ist nicht einfach nur so einer dünner, gerader Strand wie in Hamburg. Nein, er ist breit und verwinkelt. Und weil er zu einem Teil an einen Wald und zum anderen Teil an die Marsch grenzt, findet man überall schattige Bäume und kleine, natürlich gewachsene Gras- und Schilfbuchten. Ein Traum von einem Idyll, wo sich die Menschen weder stapeln noch gegenseitig auf die Nerven gehen, weil hier so viel Platz ist. Und Ruhe.

Unter den Bäumen kann man die Seele bestens baumeln lassen
© Elbgängerin

Ein paar Regeln und Gebräuche gibt es natürlich schon. Da sich der Strand im Naturschutzgebiet befindet, versteht es sich von selbst, dass man seinen Kram wieder komplett mit nach Hause nimmt. Also auch den Müll. Wobei aber auch nicht so viel Müll produziert wird – man muss ja schließlich alles einmal über den Deich und zurück schleppen. Dementsprechend selten wird hier auch gegrillt. Wer Party machen möchte, sollte, zumindest tagsüber, lieber in Hamburg bleiben. Was abends abgeht … keine Ahnung. Ich habe mich dort meistens immer nur bis zum Spätnachmittag brutzeln lassen. Mittig zwischen den beiden Masten am Strand befindet sich die Familienzone. Hier ist die Elbe nicht so steinig und Kinder können gefahrlos ins Wasser. Rechts und links davon fangen die kleinen grünen Buchten an. Und damit auch die nackten Leiber. Denn hier mischen sich Textilträger und FKK-Anhänger bunt durcheinander. Und beide Seiten tolerieren sich gegenseitig. Was für eine Harmonie! Da braucht man sich nur noch sein eigenes kleines Eckchen am Strand suchen und kann sich von der Sonne bräunen lassen, wenn man nicht gerade eher Bock auf Schatten hat. Und wenn es generell zu heiß wird, dann springt man eben halt mal kurz in die Elbe und kühlt sich ab. Mit etwas Glück kann man dann auch noch in den Wellen schaukeln, die von einem der großen Pötte, die regelmäßig mit gehörigem Sicherheitsabstand vorbeiziehen, produziert werden.

… und manchmal fährt ein Pott vorbei
© Elbgängerin

Gibt es bei soviel Schwärmerei auch Schattenseiten? Nicht, dass ich wüsste. Ohne Auto kommt man halt nur bedingt gut hin. Und man muss eben zehn Minuten schleppen und einmal über einen Deich rüber (und meistens durch eine weidende Schafherde durch). Na ja, und wenn man an einem flirrend heißen Tag erst mittags eintrudelt und man etwas weiter hinten parken muss, dann ist der Weg dementsprechend länger. Wenn man aber weiß, welches Idyll da auf einen wartet, dann ist das alles wirklich kein Hinderungsgrund. Und klar, man sollte sich nicht an FKKlern stören. Oder an Menschen mit Textilien an Körpern. Je nachdem, was man selbst bevorzugt (mir werdet ihr da ohne Badeanzug übrigens nicht begegnen ^^). Also: wenn ihr mal gründlich die Seele baumeln lassen wollt und die Schnauze vom überfüllten Elbstrand in Hamburg voll habt, dann nix wie hin gen Hetlinger Schanze!

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4 Kommentare Gib deinen ab

  1. ginnietom sagt:

    sieht ruhig aus – Relax!

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      1. ginnietom sagt:

        schönen Gruss v.d. Eider…

        Gefällt 1 Person

  2. ginnietom sagt:

    noch’n Versuch…kommt hoffentlich durch…schöne An/Aussicht…;-)

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