Mural in Wilhelmsburg: Streetart als Schulprojekt

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Dass Streetart wirklich von jedem für jeden gemacht werden kann, beweist die farbenprächtige Wand in der Fährstraße, die von zwei Künstlern und Schülern der Stadtteilschule Wilhelmsburg gestaltet wurde.

Zugegeben, neu ist das Mural in Wilhelmsburg nicht. Das prangt da schon seit Juli 2014. Aber vergangenen Montag habe ich es halt zum ersten Mal gesehen, als ich in Sachen Streetart mit meinem geliebten Elbsegler im wohl unterbewertesten Stadtteil Hamburgs unterwegs war. Wilhelmsburg ist für die meisten leider immer noch das Synonym für sozialer Brennpunkt (wobei ich es da tatsächlich recht nett und beschaulich fand und auch von den dortigen Elbperspektiven sehr angetan war – aber das ist dann eine andere Geschichte). Jedenfalls sind wir dort so durch die Gegend gefahren und haben nach Streetart Ausschau gehalten, als uns in der Fährstraße 115 dieses prächtige Wandbild vor die Augen kam:

Neben all den bunten und tierischen und wilden Akzenten haben mir ja die bebrillten Plakatwandaugen mit am besten gefallen. Was für eine witzige Konsumkritik! Während unserer gesamten Fahrt hat mich das Mural nicht mehr losgelassen. Deswegen habe ich ein wenig recherchiert, als wir nach Hause gekommen sind. Und jetzt habe ich die Wand noch mehr ins Herz geschlossen. Denn sie ist nicht einfach eine schnöde Auftragsarbeit, sondern wurde von Neuntklässlern der Stadtteilschule Wilhelmsburg gestaltet. Die Schüler hatten mit den Künstlern Kai Teschner und Hanna Lena Hase zwar professionelle Hilfe an ihrer Seite, aber letztlich stammen sämtliche Ideen sowie die Umsetzung von den Jugendlichen selbst.

Schüler-Mural für Wilhelmsburg

Die Tiere und die bunten Farben haben sie hierbei ganz bewusst gewählt, denn sie sollen Freiheit und Fantasie symbolisieren. Bei den Werbeplakaten haben die Schüler aber aus der Not eine Tugend gemacht. Die waren nun mal da, also mussten sie mit eingebaut werden. Der Dreh, sie als Augen beziehungsweise Brille zu nutzen, ist ihnen meiner Meinung nach aber wirklich gut gelungen.

Natürlich haben sich die Jugendlichen vorher auch mit dem Hausbesitzer und den Mietern abgestimmt. Ein erster Entwurf fand wohl nicht so viel Anklang, das Bild, das dann im Juli 2014 final an die Wand kam, dann aber schon.

Zwei Wochen haben die Schüler an ihrem Mural-Projekt gearbeitet. Eine kurze Zeitspanne für ein so großes Projekt, an dem sich noch immer viele Menschen erfreuen können. Ein wirklich tolles Beispiel dafür, wie Streetart Schule machen kann. Wenn ihr mal Zeit habt, dann schaut es euch doch einfach persönlich an. So in echt wirkt es nämlich noch viel schöner und imposanter.

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