Tag der offenen Tür in den Ateliers der Leverkusenstraße 13 E

Es ist ja schon spannend genug, mal in ein einziges Atelier hineinzuschnuppern und zu gucken, wie die Künstler denn so arbeiten. Die Künstler der Leverkusenstraße 13 E haben am vergangenen Sonntag aber noch einen draufgesetzt, denn da war quasi das ganze Haus offen. Acht Ateliergemeinschaften haben augewählte Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Bildhauerei, Schmuckgestaltung und Design gezeigt. Und obendrein gab es noch eine fantastische Performance.

Ich werde jetzt gleich sehr ungerecht sein. Weil ich nicht alle Arbeiten, die mich begeistert haben, zeigen werde; weil ich nicht alle Künstler, die mich beeindruckt haben, nennen werde; weil ich ganz viele Details weglassen und euch nur ein paar von meinen persönlichen Highlights zeigen werde. Ansonsten müsste ich nämlich einen hemmungslos schwärmenden Kunstroman schreiben. Dazu fehlt mir leider die Zeit. Und euch wahrscheinlich die Geduld. 😉 Aber kommen wir endlich mal zum Wesentlichen. Nämlich zum Tag der offenen Tür in der Leverkusenstraße 13 E und all der ebenso wunderbaren wie unterschiedlichen Kunst.

Einblick in eins der vielen Ateliers

Auf insgesamt drei Etagen konnte man sich Arbeiten aus den wirklich unterschiedlichsten Bereichen anschauen. Wobei es ziemlich krasse Unterschiede gab. Nicht nur in der Art und Weise der Gestaltung, sondern auch in Sachen Niveau. Zum Glück habe ich nur sehr wenige Werke gesehen, die ich persönlich für mich als „Mutti hat ein neues Hobby und macht jetzt Kunst“ abtun würde. Aber auch solche Arbeiten gehören in einem derart großen Künstlerhaus mit den verschiedenen Ateliers einfach dazu. Die meiste Kunst war – auf sehr unterschiedliche Weise – ernst zu nehmen. Weil halt viel Substanz dahintersteckte.

Neue Lieblingskunst für die Elbgängerin

Mir haben besonders die Arbeiten von zwei Künstlern gefallen, deren Bilder ich euch hier etwas ausführlich vorstellen möchte. Zum einen sind da die Gemälde von Anne Katrin Wille. Ihre Porträts, die oft grob und kantig, aber niemals bedrohlich oder düster rüberkommen, haben mich förmlich in ihren Bann gezogen. Diese Tiefe! Diese Emotionen! Ich konnte mich nicht sattsehen. Jedes Bild hat seinen ganz eigenen Charakter, die Wirkungen sind höchst unterschiedlich. Wirklich ganz, ganz tolle Arbeiten, die noch lange in mir nachhallen werden.

Beklemmendes Vermächtnis: Schleyer. Künstlerin: Anne Katrin Wille

 

Ein Blick ins Lager von Anne Katrin Wille
Kühl und trotzdem warm und gefühlvoll: Bild von Anne Katrin Wille

Der andere Künstler, der mich mit seinen Werken tief beeindrucken konnte, war Jürgen Schiskale. Bunt und wild stürmten seine frechen und forschen Farbkompositionen direkt in mein Gemüt und eroberten mein Herz. Seine Bilder wirken auf den ersten Blick hingerotzt. Je länger ich sie aber betrachtet habe, desto mehr Feinsinn und schwarzen Humor habe ich in ihnen erkannt. Gerade die dreckigen Rotzkomponenten haben es mir angetan. Da schert sich jemand einen Dreck um eine gefällige Außenwirkung. Einfach sehr beeindruckend.

Bäm! Die Arbeiten von Jürgen Schiskale haben mich echt geflasht
Buntes Durcheinander am Tisch von Jürgen Schiskale
Puppe in ewiger Kartonkiste – von Jürgen Schiskale

Die Tangoing Performance hallt noch nach

Besonders gefreut habe ich mich, als ich dann auch noch Werke von AnNBeeannbee in den Räumen von „Dein Atelier“ entdeckt habe, da ich die ebenso farbenfrohen wie auch persönlichen Arbeiten der Künstlerin bereits kannte und auch sehr zu schätzen gelernt habe.

Jedes Bild von AnNBeeannbee erzählt eine eigene Geschichte

Ach, und dann war da ja noch die Gruppe Tangoing Performance, die, ganz in weiß gekleidet und mit weiß geschminkten Gesichtern und roten Lippen mit ihrer Performance von Ateliergemeinschaft zu Ateliergemeinschaft zogen. Angelockt von den gutturalen (und extrem harmonischen und gut gesungenen!) Lauten, bin ich dem Quartett eine Weile gefolgt. In jedem Raum war die Performance anders, denn das Vierergespann hat immer unterschiedlich improvisiert. Sie haben die unterschiedlichen Kunstrichtungen ebenso mit einfließen lassen, wie das Verhalten der Besucher oder den Stimmungen in den einzelnen Ausstellungsräumen. Diese Mischung aus Klang, Musik, Tanz und Schauspiel hat mich zutiefst beeindruckt und war für mich eine Achterbahn der Gefühle. Mal hätte ich fast geheult, ob der traurigen Schönheit, mal am liebsten einen Freudentanz aufgeführt.

Tangoing Performance

Ihr seht: ich hatte einen wunderbaren Tag in den Ateliers der Leverkusenstraße 13 E. Deswegen: wenn ihr bei euch in der Nähe Ateliers oder gar Ateliergemeinschaften habt, die ihre Räume mal für einen Tag öffnen, dann geht hin! Nahbarer werdet ihr Kunst wahrscheinlich nirgendwo sonst erleben können.

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