Dream Big: Kalifornische Weine im Hotel Atlantic

Achtung! Dieser Text über die kalifornische Weinmesse, die gestern im Atlantic stattfand, kann starke Spuren von Schwärmerei und Begeisterung enthalten.

 

Wer diesen Blog regelmäßig liest, mag es gar nicht so vermuten, aber neben Streetart und Craftbier und Elbe und Musik habe ich eine noch viel größere Leidenschaft: Weine. Keine Ahnung, warum das bis jetzt hier noch nicht wirklich zur Sprache gekommen ist. Wahrscheinlich, weil es sich über andere Themen einfach besser bloggen lässt und ich euch nicht mit dem x-ten Weinseminar langweilen möchte.

Aber jetzt muss ich eben doch mal ganz dringend Wein zum Thema hier machen. Mein geliebter Elbläufer und ich waren gestern nämlich auf der Kalifornien-Verkostung „Dream Big“ im Hotel Atlantic. Diese kleine Messe rund um amerikanische Weine findet alle zwei Jahre in Hamburg statt und wird von California Wines veranstaltet. Bis 17 Uhr ist da nur Fachpublikum zugelassen, private Weinliebhaber, die sich vorher angemeldet haben, können dann ab 17 Uhr auch rein. 2016 war die Messe noch im Curiohaus zu Gast. In diesem Jahr waren nicht mehr ganz so viele Winzer da – da reichte dann auch der Festsaal im Atlantic.

Der Festsaal im Atlantic Hotel war gut gefüllt © Elbgängerin

Flüssige Sonne aus der Flasche

Obwohl … was heißt da „nicht so groß“? Immerhin konnte man über 1.100 Weine von 275 Winzern verkosten. Eine enorme Auswahl, die eine vorherige Selektion zwingend notwendig machte. Dementsprechend habe ich schon Tage vorher Kataloge und Internetseiten gewälzt, um unseren Probierradius auf 20 Winzer zu beschränken.

Mal abgesehen davon, dass ich eh voll auf kalifornische Weine abfahre, weil sie so satt und breit sind und verdammt viel flüssige Sonne in der Flasche haben, die einfach nur Spaß macht, ist diese Messe für mich ein Weinhimmel der besonderen Art. Weil ich da nämlich Weine probieren kann, die noch nicht in Deutschland vertrieben werden. Denn einige Winzer waren nur da, um explizit einen Händler zu finden.

Winzer-Legenden aus Kalifornien

Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie sehr mir das Herz bei einigen Weinen aufgegangen ist! Ich habe mich in einen Chardonnay nach dem nächsten verknallt und kam aus dem Schwärmen teilweise gar nicht mehr raus. Problem: die Weine, die mich am meisten berührten, sind in Deutschland nicht zu bekommen. Verdammt. Aber immerhin hatte ich das Privileg, diese Weine wenigstens einmal in meinem Leben dank der Messe probieren zu können.

Leider hatten wir uns bei der Verkostung derart viel Zeit gelassen, dass der Präsentationstisch vom Weingut Chateau Montelena bereits abgeräumt war. Ein Jammer! Immerhin haben die ja mit ihrem Chardonnay in den 70er-Jahren die legendäre Pariser Blindverkostung (wer sich unterhaltsam über dieses Event informieren möchte, dem empfehle ich den Film „Bottle Shock“) gewonnen. Um mich zu trösten habe ich dann einfach den Chardonnay von Grgich probiert – der ja als Önologe für den Montelena-Chardonnay in den 70ern verantwortlich war. Was für ein butterweicher Wein! Pure Gaumenfreude.

Was für ein fantastischer Pinot Noir: der Belle Glos © Elbgängerin

Mein Favorit: Pinot Noir Belle Glos von Copper Cane

Ein Winzer hatte übrigens nicht nur unterschiedliche Chardonnays dabei, die, im direkten Vergleich verköstigt, echt super interessant waren, sondern auch einen Riesling. Einen kalifornischen Riesling. In Deutschland. Mutiger Mann. Was soll ich sagen? Nice try. 😉 (Aber mal im Ernst: der ging gar nicht.)

Und dann habe ich mich noch ernsthaft in einen Wein verliebt. Und zwar so richtig. Nämlich in den Belle Glos Pinot Noir von Copper Cane. Den muss ich hier einfach mal namentlich erwähnen (und nein, ich bekomme da keine Kohle für, ich mache das einfach so und voll unabgesprochen, eben weil es halt der geilste Wein ist, der seit langer Zeit in meinem Mund war). Diese Frucht! Diese Tiefe! Bäm! Geschmacksexplosion! Ein Hammerwein! Und das Gute: er ist zwar alles andere als ein Schnäppchen, aber wenigstens kann man ihn in Deutschland über einen Online-Shop kaufen. Herrlich! Ich fange dann schon mal an zu sparen.

California Wines in Hamburg

Ihr seht: ich hatte gestern eine Menge Spaß! Besonders nachhaltig beeindruckt hat mich ja die Leidenschaft, mit der die Winzer und Sales Manager über ihre Weine geredet haben. Anbaugebiete, Wetter, unterschiedliche Lagen und Ausbaumethoden – sobald man mal mit einer Person hinter den Tischen ins Plaudern kam, gab es für selbige kein Halten mehr. Jedes Wort bewies, wie sehr sie ihre Weine lieben. Der Begeisterungsfunke sprang dann natürlich auch schnell über. Es war einfach nur herrlich!

Und ja, diese Messe wird noch lange in mir nachhallen. Das war vor zwei Jahren auch schon so. Solange diese Weineuphorie noch durch meine Adern fließt, werde ich sie genießen. Danach beginnt dann das Warten. Zwei Jahre. Puh, eine verdammt lange Zeit. Aber das Warten lohnt sich. Das weiß ich jetzt schon. ❤

8 Kommentare Gib deinen ab

  1. ich finde, du kannst ganz wunderbar über weine bloggen – bitte mehr davon! 🙂

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    1. Elbgängerin sagt:

      Das ist hier aber vor allem dem Überschwang und der Begeisterung geschuldet. 😉 Diese kleine Messe hat einfach enorm viel Spaß gemacht. Und es wird bestimmt nicht die letzte Weinveranstaltung in diesem Jahr für mich gewesen sein. Es besteht also Hoffnung auf mehr. 😉

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  2. ellen sagt:

    Hammerweine mit eben solchen Hammerpreisen- edel, edel.
    Hast du sehr gut rübergebracht- gern gelesen (ich bin Weinfan)
    LG
    Ellen

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    1. Elbgängerin sagt:

      Ja, die Preise wären zum Teil recht üppig gewesen. Aber es war ja zum Glück keine Verkaufsmesse. 😉 Habe da nen Cabernet Sauvignon probiert, der im Handel 250 (!) Euro kostet. Nun ja, selbst wenn ich Geld wie Heu hätte, würde der nicht bei mir einziehen. 😉 Gute und auch sehr gute Weine bekommt man zum Glück ja auch schon für 10 bis 15 Euro. Manchmal sogar drunter. Einen guten Wein erkennt jeder für sich am Geschmack. Nicht am Preis. Mein Liebling hier ist zwar auch hochpreisig, das Geld aber ganz eindeutig wert. Trinkt man ja auch nicht jeden Tag. 😉
      Und es freut mich sehr, dass das Weinthema soviel Anklang findet. Dann können wir hier ja ruhig hin und wieder gemeinsam eine virtuelle Falsche zusammen öffnen. 😀

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      1. ellen sagt:

        🍷🍷 😊👍

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  3. Klaus sagt:

    Sehr schöner Beitrag. Ich komme auf jeden Fall wieder aus Köln nach Hamburg, wenn Kalifornien ruft. Soviele Weine und soviele Überraschungen.

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    1. Elbgängerin sagt:

      Moin Klaus! Dann sehen wir uns das nächste Mal vielleicht ja. Die Messe hat sich wirklich gelohnt. 👍🏽

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