Arbeitsabschied von Hammerbrook

Obwohl ich nur ein knappes Jahr in der City Süd gearbeitet habe, werde ich hier das ein oder andere Plätzchen und natürlich auch den ein oder anderen Menschen sehr vermissen.

 

Jede größere Stadt hat sie, diese Ecken, wo sich Bürogebäude an Bürogebäude reiht und die Bahn jeden Morgen in regelmäßigen Abständen von 7 bis 10 Uhr fleißige Arbeitsbienenschwärme ausspuckt, um sie abends wieder zu schlucken und abzutransportieren. Diese Ecken, wo lauter Anzughosen und Aktenkoffer und knielange Röcke aneinander vorbeigehen. Streng anonym. Und schon etwas leblos. Man muss ja schließlich arbeiten. Diese Ecken, die gar nicht schön, dafür aber praktisch sind. Und wo sich mittags in den Gastronomiebetrieben die Menschen stapeln, weil sie nicht nur irgendwie satt werden, sondern ihrem Arbeitsbienendasein mal kurz entkommen wollen.

Solche Ecken hat auch Hamburg. Eine davon ist Hammerbrook in der City Süd. Oder Hammerbrooklyn, wie das Viertel auch gerne mal von hier Arbeitenden genannt wird. Ich war hier die vergangenen elf Monate bei einem Magazin tätig. Jetzt werde ich mich im April neuen Aufgaben zuwenden und arbeitstechnisch Richtung Innenstadt weiterziehen, wo es per se etwas schicker zugeht.

Die schönen Ecken von Hammerbrook

Aber neben vielen Kollegen, mit denen ich mich in den vergangenen Monaten sogar privat angefreundet habe, obwohl ich normalerweise Job und Privates strikt voneinander trenne, werde ich auch Hammerbrooklyn etwas vermissen. Denn obwohl die meisten Büros hier mehr als hässlich sind, gibt es halt auch schöne Gebäude. Wie etwa das, in dem ich gearbeitet habe (*wild gen titelbild deut*). Und dann erst die Fleete! An denen kann man vor allem im Frühling und im Sommer kurz in der Mittagspause entspannen. Mir persönlich hat das zumindest immer gut gefallen.

Was ich noch vermissen werde? Ganz eindeutig den Saxofonisten! In Hammerbrook aus der S-Bahn zu steigen, war immer ganz grausig. Eben weil sich dank der Menschenmassen, die alle in dieselbe Richtung gingen, sofort ein sehr starkes Lemminggefühl einstellte. Das kann schon beklemmend sein. Aber der Saxofonist, der unten an der S-Bahn fast jeden Morgen spielte, heiterte mich sofort wieder auf, stärkte mich mental. Ich bin ihm echt hart dankbar.

Tschö, Hammerbrooklyn

Und dann werde ich noch den Asiaimbiss meines Vertrauens vermissen. Zum einen, weil ich Asiafutter einfach sehr, sehr liebe und das Essen dort wirklich gut und auch günstig war. Zum anderen, weil die Besitzerin immer, wirklich immer ein strahlendes Lächeln für mich übrig hatte. Viel Freundlichkeit hilft auch viel.

Natürlich gibt es auch einige Dinge, die ich nicht vermissen werde. Klar. Sonst hätte ich mir schließlich nicht nach so kurzer Zeit einen anderen Job gesucht. Aber diese negativen Sachen sind gerade in den Hintergrund gerückt. Ich freue mich sehr auf meine neuen Herausforderungen. Aber vieles in Hammerbrooklyn war eben auch gut. Und hey, trotz all der abgefuckten Bürogebäude hat die City Süd einen ganz eigenen Charme. Deswegen bin ich mir sicher, dass ich hier noch einmal vorbeischauen werde. Dann aber als Privatperson.

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