Ein Mural für Altona: Golden Green und die Futuristik

Im Rahmen des Stamp Festivals entstand 2015 dieses gigantische Wandbild in der Schumacherstraße

 

Zugegeben, es ist schon etwas ungerecht, dass ich mich in Sachen Golden Green jetzt ausgerechnet auf sein Mural stürze, das auf der Rückseite vom Kieser-Training-Gebäude in der Schumacherstraße prangt. Schließlich kann man seine Graffiti überall in der Stadt bewundern. Hamburger Jung eben. Wobei seine großflächigen Arbeiten unter anderem auch in Buxtehude, Bremen und sogar in London zu bewundern sind (oder waren – Kunst an der Wand ist ja nun nicht unbedingt langlebig).

Aber da Golden Green halt aus Altona kommt, diese Wand im Rahmen des Stamp Festivals in eben jenem Stadtteil vor knapp drei Jahren entstanden ist und ich quasi ums Eck wohne und das Mural regelmäßig besuche, muss es halt einfach auch das Werk sein, dass ich euch exemplarisch für Golden Greens Arbeiten vorstellen möchte.

Fokus auf die linke Seite des Murals © Elbgängerin

Willkommen in der Zukunft

Eins haben alle Graffiti-Arbeiten von Golden Green gemeinsam: sie wirken sehr futuristisch. In diesem Fall lenkt vor allem der spacige Kopf oben links die Aufmerksamkeit auf sich. Hinzu kommen dann noch die vielen grafischen Elemente, die das Bild emotional ordnen, sodass man sich beim Betrachten ganz entspannt auf die einzelnen Bereiche einlassen kann. Mir geht es zumindest immer so, wenn ich vor der Wand stehe. Und natürlich dürfen auch ein paar Old-School-Elemente nicht fehlen. Womit ich damit nicht unbedingt den Oldtimer unten rechts meine, sondern klassische Graffiti-Stilelemente wie etwa die Bubbles direkt über dem Auto.

Bei Golden Green treffen also Grafik, klassisches Graffito und die Zukunft aufeinander. Wie sehr er seiner Zeit in seinen Bildern manchmal voraus ist, zeigt sich bei diesem Mural in einem witzigen Detail. Der Künstler sprayt nämlich immer das Entstehungsjahr dazu. In diesem Fall ist es aber nicht 2015, sondern 3015. 😉

Fokus auf die rechte Seite des Murals © Elbgängerin

Moritz aka Golden Green

Bürgerlich heißt Golden Green übrigens Moritz. Green ist nun mal sein (Künstler?)Nachname. Auf das Pseudonym Golden Green kam er, weil er sich sehr für die deutschen Künstler der „goldenen“ 20er-Jahre interessiert. Also Otto Dicks und so. Und hey, die Wahl war echt gut, denn sein „GG“ ist echt schon prägnant. Golden Green ist übrigens aus Mitglied der europäischen Künstlergruppe Ultraboyz. Uuuund: er sprayt nicht nur, sondern beschäftigt sich auch mit vielen anderen Techniken wie etwas Druck oder Papierschnitt.

Im vergangenen Jahr arbeitete er zudem mit dem Weinladen St. Pauli zusammen, indem er das Etikett für deren Hausmarke Quai (ein Grauburgunder, für alle, die es ganz genau wissen wollen) in Form von vier Stickern gestaltete. Falls ihr jetzt auf den Künstler neugierig geworden sein, kann ich euch nur einen Besuch seiner Homepage, seiner Facebook-Seite oder seines Instagram-Accounts empfehlen. Denn seine Arbeiten kann man sich auch an die heimischen vier Wände hängen. Und hier noch ein kleines Video, in dem Golden Green ein wenig über seine Kunstsichtweise erzählt:

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s