Ein Besuch beim Dampf-Eisbrecher Stettin

Im Museumshafen Oevelgönne ist die Stettin zweifellos eins der historischen Schiff-Highlights.

 

Wenn man am Ponton Neumühlen ist, kann man den Eisbrecher Stettin gar nicht verpassen: majestätisch liegt das Schiff linker Hand vor Anker. Wobei Eisbrecher alleine nicht ganz treffend ist, denn die Stettin ist ein DAMPF-Eisbrecher. Und das ist tatsächlich ein kleines Kuriosum.

Die Stettin wurde nämlich 1932 gebaut und trat ein Jahr später in der gleichnamigen Stadt ihren Dienst an, wo sie den Seeweg nach Swinemünde und die Zufahrten zum Stettiner Haff offen halten sollte. In den 1930er-Jahren wurden viele Schiffe aber schon mit Dieselmotoren ausgestattet. Warum die Stettin trotzdem eine Dampfmaschine bekam? Weil sie sich so schneller von einer in die andere Richtung steuern ließ.

Eisbrecher Stettin, Hamburg © Elbgängerin
Die Stettin kann auch besichtigt werden © Elbgängerin

Ein Schiff und seine Geschichte

Ein wendiges Mädchen also, das bis 1981 im Dienst war. In all den Jahren brach das Schiff aber nicht nur Eis. 1940 wurde die Stettin kurzzeitig zum Kriegsschiff. 1945 wiederum transportierte sie Flüchtlinge über die Ostsee. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie vom Wasser- und Schifffahrtsamt Hamburg genutzt – und sollte 1981 wegen Unwirtschaftlichkeit verschrottet werden.

Zum Glück konnte sie aber von einem Förderverein, der richtig viele Spenden in die Restaurierung pumpte, gerettet werden. Und jetzt liegt die Stettin halt als technisches Kulturdenkmal im Museumshafen Oevelgönne vor Anker und kann da täglich für kleines Geld (drei Euro) besichtigt werden.

Erlebt die Stettin auf dem Hamburger Hafengeburtstag

Wer jetzt aber denkt, dass der Dampf-Eisbrecher nur noch einen dekorativen Nutzen hat, der irrt sich gewaltig. Denn die Stettin fährt noch! Und wie! So ist sie nicht nur während des Hafengeburtstags fleißig auf der Elbe unterwegs, sondern besucht auch jedes Jahr die Kieler Wochen. Darüber hinaus finden von Mai bis Ende September viele weitere Fahrten statt. Die alte Lady ist also noch ziemlich aktiv.

Manchmal sogar ein wenig zu aktiv. 2017 gab es deswegen einen kleinen Schreckmoment. Denn da kollidierte der Dampf-Eisbrecher während der Rostocker Hanse Sail mit einer Frachtfähre und riss sich dabei den Rumpf satte zwei Meter auf. Der Riss konnte aber direkt vor Ort mit Stahlplatten verschweißt werden, sodass die Stettin wieder nach Hamburg schippern konnte.

Eisbrecher Stettin vom Wasser aus betrachtet © Elbgängerin
Eisbrecher Stettin vom Wasser aus betrachtet © Elbgängerin

Ein Dampf-Eisbrecher wartet auf Besucher

Zum Glück ist da also alles noch einmal glimpflich ausgegangen mit der Stettin. Ich könnte euch jetzt natürlich noch mit lauter technischen Daten und anderen Details bombardieren. Aber hey, wenn ihr mehr über den Dampf-Eisbrecher erfahren wollt, dann schaut ihn euch doch ganz einfach selbst mal an. Ihr wisst ja jetzt, wo ihr ihn findet.

Wenn die Stettin im Museumshafen liegt, kann sie täglich von 10 bis 18 Uhr besichtigt werden. Und wie immer greift hier jetzt der klassische Hamburg-Tipp: wenn ihr keinen Bock auf große Gruppen habt, dann geht außerhalb der Ferienzeit und dann noch am besten werktags hin. Dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass ihr die Stettin (und damit auch die Führung) ganz für euch allein haben werdet.

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