Spaziergang von Teufelsbrück nach Altona

Es wird mal wieder höchste Zeit für einen Spaziergang! Heute möchte ich euch den Weg von Teufelsbrück nach Altona zeigen – mit viel Elbstrand und schnuckeligen Lotsenhäusern. Kommt ihr mit?

Es gibt bestimmte Abschnitte an der Elbe, die man an einem sonnigen und warmen Wochenende meiden sollte, wenn man nicht so auf Menschengewusel steht. Und auch Fähre zu fahren ist eine doofe Idee. Da sind jetzt nämlich derart viele Ausflügler und Touristen mit unterwegs, dass es an den Landungsbrücken sogar schon Ordner gibt, die dafür sorgen, dass sich nicht zuviele Menschen auf die Fähren quetschen. Gedrängelt und geschubst wird natürlich trotzdem. Wir haben uns an einem der vergangenen Wochenenden dennoch auf so einen Fährwahnsinn eingelassen. Schließlich haben auch Hamburger an freien Tagen Recht auf ein wenig Elbe. Außerdem hatten wir einen Plan: mit der Fähre von den Landungsbrücken rüber nach Finkenwerder, dort umsteigen und bis nach Teufelsbrück schippern, damit wir dann einen schönen Spaziergang zurück nach Altona machen können.

Startpunkt Teufelsbrück © Elbgängerin

Elbstrand nach Elbstrand

An den beiden Fährfahrten gibt’s nichts schön zu reden. Die Touristenschwemme ging mir mächtig auf den Senkel. Es konnte also nur noch besser werden. Wurde es ja dann auch. Denn auf der gut 5,5 Kilometer langen Strecke kommt man erst mal an mächtig vielen Elbstränden vorbei: dem Hundestrand, dem Familienstrand und dem FKK-Strand zum Beispiel. Jepp, direkt in der Stadt gibt es einen FKK-Strand. Hatte ich bis dahin auch nicht auf dem Schirm. Obwohl ich da schon so oft vorbeigegangen bin, ist mir das erst aufgefallen, als ich Fotos machen wollte. Die habe ich dann natürlich nicht gemacht. FKK mitten in der Stadt ist schon recht speziell. Immerhin geht der Elbwanderweg direkt dran vorbei. Aber ganz ehrlich? Obwohl ich da niemals selbst die Eva geben würde, finde ich es ziemlich cool, dass Hamburg derart entspannt ist. 🙂

Vielleicht habt ihr schon bemerkt, dass ich zwar die ganze Zeit von den unterschiedlichen Elbstränden quatsche, man sie auf den Bildern aber nicht wirklich sehen kann. Aus gutem Grund. Ich wollte keine Massen an leicht bekleideten Fremden ablichten. Kam mir einfach nicht richtig vor.

Diesen Strand konnte ich aufgrund von Menschenmangel dann doch fotografieren © Elbgängerin

Entspannt bis zu den Lotsenhäusern

Aber zurück zu unserem Spaziergang. Die ersten drei Kilometer sind eigentlich recht entspannt und ähneln dem Spaziergang von Blankenese nach Teufelsbrück: breite Wege und viel Platz für Spaziergänger und Radfahrer. Richtig eng wird es eigentlich erst, wenn man am Aufgang zu den Lotsenhäusern ist. Da muss man sich dann auch entscheiden: entweder man geht unten direkt am Strand weiter oder eben oben entlang der Lostenhäuser. Beides ist schön. Und beides ist bei gutem Wetter auch immer verdammt voll.

Viel Platz für alle © Elbgängerin

Wir haben uns für den Weg entlang der Lotsenhäuser entschieden. Zum einen, weil es bequemer ist. Zum anderen, weil man von da einen echt tollen Blick auf die Elbe hat. Und die Häuser selbst sind auch immer ein zuckersüßer Anblick. Dort zu wohnen muss gleichermaßen traumhaft (die Aussicht!) wie schrecklich (die Touristen!) sein. Ganz reizend sind übrigens auch all die kleinen Gärten, die den Hang runter zum Elbstrand angelegt sind. Die meisten haben hohe Hecken und sind dementsprechend blickdicht. Da relativiert sich der Touristenwahnsinn dann schon wieder.

Hier beginnen die Lotsenhäuser © Elbgängerin
Zauberhafte Gärten und ein fantastischer Elbblick © Elbgängerin
Noch mehr knuffige Lotsenhäuschen © Elbgängerin

Voll, voller, Elbwanderweg

Wenn man den Weg an den Lotsenhäusern vorbei wählt, muss man übrigens ab und an heftigst Slalom gehen, da alle paar Meter ein Tourist herumsteht, der das perfekte Urlaubsbild machen möchte. Wahlweise nur mit Natur oder mit Natur im Hinter- und Herzmensch im Vordergrund. Aber da diese Lebendhinternisse tatsächlich regelmäßig aufploppen, groovt man sich recht schnell ein. Und mein geliebter Elbläufer und ich haben uns eh damit abgefunden, dass wir an einem schönen Wochenendtag an den Lotsenhäusern nicht nebeneinander sondern ausschließlich hintereinander gehen können. Jedenfalls bis man in Neumühlen ist. Den Rest des Weges kürze ich hier jetzt mal ab. Den die Elbuferpromenade von Neumühlen nach Altona ist zu großen Teilen dank der Absackungen immer noch gesperrt. Wir sind da ganz banal dann die Straße langgegangen.

Mh, das hört sich jetzt vielleicht alles ein wenig zu bissig an. Ja, die Menschenmassen nerven. Und ja, das kuriose Touristenverhalten geht mir oft auf den Zeiger. Aber trotzdem genieße ich die Spaziergänge entlang der Elbe. Da stört es mich auch nicht, dass es auf Höhe der Strandperle oben wie unten mal kurz besonders voll wird. Oder dass ich die Musikgeräuschkulisse am Elbstrand Neumühlen nur schwer ertragen kann. Und ich dort auch wegen all der Hunde und kleinen Kinder wie auf Eiern gehe, um nicht aus Versehen auf das eine oder andere raufzutreten. Das ist alles wirklich egal, denn schließlich gibt es immer noch die Elbe selbst. Wenn ich da so ins Wasser gucke und meinen Blick danach in die Ferne schweifen lasse, ist alles wieder gut. Deswegen lohnt sich der Spaziergang dann eben doch.

Menschenmassenvorgeschmack © Elbgängerin
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