Ein Besuch in der Hobenköök im Oberhafenquartier

Heute öffnet die Hobenköök, also die Hafenküche, offiziell ihre Türen. Was nach einem weiteren schnöden Restaurant in hipper Lage klingt, ist aber viel mehr als das. Denn zur Hobenköök gehört auch eine Markthalle. Und enorm viel Regionalität. Ich habe mir das Konzept während des Soft Openings in dieser Woche mal für euch näher angeschaut.

Hobenköök, Hamburg, Oberhafen, Elbgängerin
Willkommen in der Hobenköök! © Elbgängerin

Wenn man die Hobenköök betritt, muss man wohl erst mal mit staunend offenem Mund eine Minute einfach dastehen und alles auf sich wirken lassen. Diese riesige Halle! Diese liebevoll gestellten rustikalen Holztische! Diese schicke offene Küche! Und dann erst dieser Markt! Verwinkelt in lauter unterschiedlichen Gassen, die von grob gezimmerten Holzregalen gesäumt werden, findet man dort über 200 regionale Produkte. Regional bedeutet in diesem Fall, dass sie maximal hundert Kilometer von Hamburg entfernt produziert werden.

Ausnahmen bestätigen die Regel. Zitronen wachsen in Norddeutschland nun mal ebenso wenig gut, wie schmackhafte Oliven fürs Olivenöl. Und während man in Sachen Bier Lokalmatadore wie Ratsherrn, Wildwuchs, Landgang (ehemals Hopper Bräu) und Buddelship findet, haben die angebotenen Weine eine längere Anreise. Zum Glück. Denn Fischkoppwetter ist nun mal nichts, wenn man Wein anbauen will. Das Besondere an der Hobeköök: Die Köche aus dem Restaurant bedienen sich im Markt. Sprich: Auf den Teller kommt, was der Markt an diesem Tag so hergibt. Ob nun Fisch, Fleisch, Käse, Obst oder Gemüse – die Gerichte wechseln und variieren ständig. Und das auch noch zu einem absolut fairen Preis.

Hobenköök, Hamburg, Oberhafen, Elbgängerin
Die meisten Produkte sind so regional, dass sie tatsächlich mit dem Rad gebracht werden könnten © Elbgängerin

Regionale Kulinarik in der Hobeköök

Zugegeben, ganz neu ist dieses Konzept nicht. In Frankreich etwa gibt es schon die ein oder andere Markthalle mit Restaurant, wo man genau dieses Prinzip finden kann. Frische Produkte aus der Region, die zum einen gekauft werden können, die zum anderen aber auch von der dazugehörigen Küche verarbeitet werden. Aber hier im Norden war dieses Konzept bis dato eben noch nicht bekannt. „Importiert“ wurde es von Thomas Sampl, Neele Grünberg und Frank Chemnitz, die sich mit der Hobenköök einen Traum von regionaler Kulinarik verwirklichen, bei dem Produkt und Mensch gleichermaßen im Mittelpunkt stehen.

Das merkt man dann auch an der Gastfreundschaft. Vom Chef bis zum Kellner hat jeder ein offenes Ohr und erklärt bereitwillig die regionale Idee hinter der Hobenköök. Es wird gelächelt und gescherzt, sodass man sich als Gast einfach wohlfühlen muss. Herrlich! Nicht zu vergessen, dass das, was in der Hobenköök auf den Teller oder ins Glas kommt, auch noch extrem lecker ist. Verwunderlich ist das nicht. Schließlich hat Küchenchef Thomas Sampl Sterneküchenerfahrung und arbeitete zuletzt im legendären Vlet in der Speicherstadt – wie übrigens auch Grünberg und Chemnitz.

Hobenköök, Hamburg, Oberhafen, Elbgängerin
Einmal bitte alles von der Karte, danke © Elbgängerin

In der Hobenköök kennt man sich

Und auch der Rest des Teams hat auf die eine oder andere Weise schon mal zusammengearbeitet. Ein enormer Vorteil. Schließlich muss man sich so nicht erst zusammenrotten, sondern kennt sich und kann gleich anfangen, an einem Strang zu ziehen. Um das Team zusammenzuschweißen hat es das Soft Opening also nicht gebraucht. Trotzdem sei so ein weicher Einstieg sinnvoll, wie einer der Keller meinte. Schließlich könne man so schon vorher Arbeitsabläufe optimieren und letzte Macken ausmerzen. Recht hat er. Obwohl Anfang der Woche (mein geliebter Elbläufer und ich waren am Montag da) von Macken nicht groß was zu spüren war. Hier und da stand halt noch eine Kiste herum und im Hintergrund wurde fleißig gehämmert und gewerkelt. Aber der Atmosphäre und dem Genuss tat das kein Abbruch.

Ihr merkt es sicher schon: die Hobenköök hat es mir echt angetan. Am Montag haben wir dort lediglich etwas getrunken. Aber wir werden sehr, sehr zeitnah wieder ins Oberhafenquartier fahren, um uns durch die Karte der Hobenköök zu futtern. Die liest sich nämlich verdammt gut. Solltet ihr jetzt vielleicht auch auf das neue Gastrokonzept neugierig geworden sein, dann findet ihr weitere Infos (Anfahrt und Öffnungszeiten und so) auf der Website der Hobenköök.

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