Wanderung durch den Klövensteen

Mit 580 Hektar ist der Klövensteen eins der größten Naherholungsgebiete, das wir hier in Hamburg haben – und dann ist er auch noch verdammt gut (und vor allem schnell) mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.

Klövensteen, Wanderung, Hamburg, Elbgängerin
An einem Seerosenteich sind wir auch vorbeigekommen © Elbgängerin

Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie vielfältig grün Hamburg ist. Und wie schnell man dieses Grün für gezielte Freizeitaktivitäten erreichen kann. Setzt man sich zum Beispiel in Altona in die S-Bahn, dann ist man innerhalb von nur zwanzig Minuten weiter westlich in Rissen. Dort kann man aussteigen und ganz bequem ein paar hundert Meter gehen. Zack, ist man im Klövensteen.

Und für alle, die sich jetzt fragen, was zum Henker denn bitte der Klövensteen ist: ein sehr großes Waldgebiet im Westen von Hamburg, das sich von Rissen und Sülldorf bis nach Pinneberg und Wedel erstreckt. Ursprünglich war das Gebiet mal ein Binnendünenzug, der über einhundert Kilometer lang war und der über die Haseldorfer Marsch bis nach Geesthacht reichte. Im 19. Jahrhundert entstand dann durch Aufforstung der uns heute bekannte Mischwald mit seinen zahlreichen Wander- und Reitwegen, die immer mal wieder an kleinen Bächen vorbeiführen oder an Lichtungen münden. Auch das Naturschutzgebiet Schnaakenmoor ist hier zu finden. Letzteres haben wir bei unserer Wanderung allerdings gemieden und sind nur bis zu dessen Rand gegangen, da dort der Name Programm ist. Schnaakenfrei ist das Moor auch jetzt noch nicht ganz. Da wollen wir noch ein paar Wochen warten, bis wir das Naturschutzgebiet dann ganz gezielt durchwandern und erforschen.

Klövensteen, Wanderung, Hamburg, Elbgängerin
Eine kleine Moorlandschaft © Elbgängerin

Naherholung in Hamburg

Die Waldwanderwege im Klövensteen haben uns erst einmal gereicht. Tatsächlich waren sie derart idyllisch und einladend, dass ich die fünfzehn Kilometer, die wir da durch die Gegend gewandert sind, kaum gemerkt habe. Wobei ich aber auch zugeben muss, dass ich es liebe, durch Wälder zu streifen. Habe ich schon immer. Dementsprechend war ich da goldrichtig. Kaum Felder, dafür eine Menge Bäume und sanfter Waldboden. Herrlich!

Wem das nicht reicht … keine Bange, der Klövensteen hat noch mehr zu bieten. Familien mit Kindern sollten sich zum Beispiel den Waldspielplatz nicht entgehen lassen. Der ist riesig und man kann sich da als Erdnuckel ganz ungestört austoben. Auch fürs leibliche Wohl ist gesorgt. Dank Pony-Waldschänke. Wie der Name vermuten lässt, handelt es sich dabei um eine Gastwirtschaft zu der auch ein Ponyhof gehört.

Klövensteen, Wanderung, Hamburg, Elbgängerin
An der Pony-Waldschänke führt im Klövensteen irgendwie kein Weg vorbei Elbgängerin

Streitpunkt Wildgehege Klövensteen

Und dann ist da natürlich noch das kostenlos besuchbare Wildgehege. In der großzügigen Anlage, die man übrigens auch einfach durchwandern kann, findet man zehn unterschiedliche Tierarten. Mit dabei: Uhus, Frettchen, Mufflons, Wildschweine und natürlich drei Wildarten. Um das Wildgehege wurde kürzlich ziemlich viel Wind hier im Bezirk Altona gemacht. Berechtigter Wind, wenn ihr mich fragt. Das Wildgehege soll nämlich bis zum Jahr 2030 „aufgewertet“ werden. Dazu wurde im August ein Masterplan vorgestellt, der unter anderem vorschlug, das Gehege zu einem Naturwildpark auszubauen. So mit Wolfswald, Sinnesgarten, Beobachtungszonen und Erlebniswelten. Der Eintritt sollte weiterhin kostenfrei bleiben, weil man das alles mit Parkgebühren, die dann eingeführt werden sollten sowie kostenpflichtigen Zusatzangeboten und dem Verkauf von Forstprodukten finanzieren wollte.

Hört sich eigentlich ganz gut an, oder? Dann kommt hier der gewaltige Haken: Naturwildpark hätte auch bedeutet, dass es mehr Tierarten hätte geben müssen, um diesen Status zu erreichen. Im Fall des Klövensteen-Geheges sollten deswegen 49 (!) Tierarten dazukommen. Und zwar auf der gleichen Fläche, die sich jetzt zehn Tierarten teilen. Ich denke mal, dass da ganz gut erkennbar ist, warum ich von diesem möglichen Masterplan nicht besonders begeistert war.

Klövensteen, Wanderung, Hamburg, Elbgängerin
Und ab ins Wildgehege! © Elbgängerin

Natur in der Stadt: Luxus pur

Vielleicht habt ihr euch gerade gewundert, warum ich bewusst die Vergangenheitsform für die Gehege-Debatte verwendet habe. Nun, die Debatte ist seit dem 30. August zum Glück vorbei. Bevor überhaupt die erste Unterschrift von der Initiative gesammelt werden konnte, schlossen sich bei der Bezirksversammlung in Altona alle Parteien der Initiative an. Also wirklich alle. Erstaunlich, oder? Aber richtig, richtig gut. 🙂

Wir können den Klövensteen also weiterhin so genießen, wie er ist.  Mit all seinen Wander- und Reitwegen. Ebenso wie den Spielplatz und das Wildgehege. Hier kann man ganz herrlich abschalten und den Alltagsstress vergessen. Und man muss Hamburg dafür noch nicht mal verlassen. Ein Luxus, den ich sehr zu schätzen weiß.

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4 Kommentare Gib deinen ab

  1. ellen sagt:

    Wunderbar, sehr informativ…ganz lieben Dank. Ich bin zwecks Einlösung meines Geburtstagsgeschenk ( Juni) in Hamburg am nächsten Mittwoch. Jetzt weiss ich was ich mir fürs nächste Mal wünschen werde…freu.
    LG
    Ellen

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    1. Elbgängerin sagt:

      Hui, da wünsche ich dir ganz viel Spaß hier! Was steht denn so auf dem Programm? 🤗

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      1. ellen sagt:

        Geschenkt haben sie mir einen Hagenbeck Besuch mit anschl. Besuch im „Schwerelos“ 😉 Nichts aufregendes…aber ich freu mich.

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      2. Elbgängerin sagt:

        Hört sich doch aber toll an! Gaaaanz viel Spaß! 🤗

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