So grün ist Hamburg #2: Der Loki-Schmidt-Garten

Ob nun Nutz- oder Zierpflanzen, Hölzer oder Sträucher – im Neuen Botanischen Garten, der seit 2012 Loki-Schmidt-Garten heißt, findet man faszinierende Pflanzen aus der ganzen Welt. Das ist lehrreich, gar keine Frage. Man kann in diesem wunderschönen Garten aber auch einfach nur ausführlich entspannen. Kommt, machen wir mal einen kleinen Spaziergang durch dieses herrliche Grün!

Loki-Schmidt-Garten, Hamburg, Elbgängerin, Neuer botanischer Garten
Der große See ist das Herzstück des Loki-Schmidt-Gartens © Elbgängerin

So ein botanischer Garten ist für eine Großstadt schon eine feine Sache. Nicht nur, weil man da für lau eine Menge über Pflanzen lernen kann, sondern weil er zugleich auch ein ganz herrliches Naherholungsgebiet ist. Hamburg hat seit 1821 einen botanischen Garten. Dank Johann Georg Christian Lehmann. Damals war der Garten noch in der Nähe vom Bahnhof Dammtor und lediglich zweieinhalb Hektar groß, wuchs aber stetig. Im Zweiten Weltkrieg wurde ein Großteil der Freiflächen und Gewächshäuser zerstört. Aber dank drei Internationaler Gartenausstellungen in den Jahren 1953, 1963 und 1973 nahm der Garten wieder Gestalt an.

Im Jahr 1970 beschloss die Hamburger Bürgerschaft, dass der botanische Garten verlegt werden soll. Seit 1979 findet man die Freifläche des Neuen Botanischen Gartens deswegen nahe der S-Bahn-Station Klein Flottbeck. Von mir aus – also von Altona – sind das gerade mal drei Stationen. Herrlich! Die Gewächshäuser verblieben übrigens beim Dammtor Bahnhof und sind jetzt Teil von Planten un Blomen. 2012 gab es dann die letzte Änderung. Denn da wurde der Neue Botanische zu Ehren von Loki Schmidt eben in Loki-Schmidt-Garten umbenannt. Damit habt ihr jetzt einen groben geschichtlichen Abriss zum botanischen Garten in Hamburg. Höchste Zeit, dass wir uns da endlich mal umschauen, denn es gibt echt eine Menge zu sehen!

Loki-Schmidt-Garten, Hamburg, Elbgängerin, Neuer botanischer Garten
Hier kann man eine Menge über Düfte lernen © Elbgängerin

Die große Welt der Botanik auf 25 Hektar

Vorab: Achtet auf die Öffnungszeiten! Im Sommer ist der Loki-Schmidt-Garten von 9 Uhr morgens bis 19 Uhr abends zugänglich. Im Winter kann man da allerdings nur bis 16 Uhr verweilen. Außerdem solltet ihr euch viel freie Zeit mitnehmen. Denn mit 25 Hektar ist der botanische Garten dank seiner Verlegung ziemlich gewachsen. Herzstück der Anlage ist ein großer See in der Mitte. Um ihn herum führt ein Hauptweg, von dem wiederum viele kleine Wege und Pfade abzweigen, die zu zahlreichen Themensammlungen führen. So gibt es etwa einen Geruchsgarten, einen Bauerngarten, einen Garten mit Heilpflanzen, Giftpflanzen, Nutzpflanzen, einen Steingarten und einen Rosengarten. Letzteren kann man derzeit nicht besuchen, der wird nämlich neu gestaltet und erst 2019 wieder feierlich eröffnet. Kakteenliebhaber sollten den Kaktusgarten nicht verpassen. Und wer ein Faible für alles Asiatische hat, der ist in den wunderschönen japanischen und chinesischen Gärten bestens aufgehoben. Und natürlich findet man auf einer speziellen Fläche auch noch viele Gewächse aus Nord- und Südamerika.

Kleine Wäldchen, verschlungene Pfade, Brücken, Hügel und eine grüne Schule für Kinder runden die Anlage ab. An den Pflanzen findet ihr natürlich überall Schilder, für die einzelnen Themenbereiche gibt es sogar große Tafeln, die die Flora der jeweiligen Region ausführlich erklären. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich mir all das Wissen, das dort so unaufdringlich präsentiert wird, bis jetzt kaum näher angeschaut habe. Eigentlich ist das eine Schande. Denn immerhin liefert der Loki-Schmidt-Garten nicht nur das Pflanzenmaterial für das Biozentrum, sondern dient als Ganzes ja auch noch als wissenschaftliche Sammlung für das Lehr- und Forschungszentrum des biologischen Instituts. Dass man da als normaler Bürger kostenlos herumlaufen und verweilen darf, ist meiner Meinung nach schon eine kleine Ehre. Außerdem bin ich ja ein großer Fan von kostenlos zugänglichem Wissen, was auch noch für den Allgemeinbedarf passend aufbereitet wird.

Loki-Schmidt-Garten, Hamburg, Elbgängerin, Neuer botanischer Garten
Blick in den zauberhaften Bauerngarten © Elbgängerin

Gesellschaft oder Ruhe – hier ist beides möglich

Trotzdem habe ich all das Wissen bis dato ignoriert. Das liegt vor allem daran, dass ich den Loki-Schmidt-Garten als Ort der Entspannung für mich nutze. Der botanische Garten ist nämlich derart weitläufig und verwinkelt, dass man immer ein Plätzchen findet, wo man ganz für sich sein kann. Zahlreiche Parkbänke laden zum Verweilen und Abschalten ein. Man kann aber auch Gesellschaft finden, wenn man sie sucht. Im Café zum Beispiel. Oder an den Hauptflächen. Wenn mein geliebter Elbläufer und ich da am Wochenende aber rumstromern, sind wir halt lieber für uns. Und jetzt im Sommer bin ich ab und zu direkt nach der Arbeit zum Loki-Schmidt-Garten gefahren, um einmal kräftig Luft zu holen.

Am liebsten treibe ich mich dann an zwei Stellen herum. Zum einen hat es mir die asiatische Region sehr angetan. Ich liebe die kleine Pagode und die Steinbrücke! Ein Gang über selbige ist eigentlich bei jedem Besuch Pflicht für mich. Außerdem riechen die Pflanzen dort so gut! Im Hochsommer etwa duftete es ein paar Meter weit ganz intensiv nach gebratenen Asianudeln mit Huhn. Kein Witz! Das war ein einziges Kraut, das diesen Geruch verbreitete. Ihr könnt euch denken, was es dann abends zu essen gab. 😉 Noch lieber bin ich allerdings auf einer kleinen Bank am See, die man entweder erreicht, wenn man die zentrale Grünfläche überquert oder aber die Planken des Holzstegs im Amerika-Bereich rüberbalanciert. Dieser Weg ist natürlich viel romantischer. 😉

Loki-Schmidt-Garten, Hamburg, Elbgängerin, Neuer botanischer Garten
Wer über diesen Steg geht, kommt automatisch zu meinem Lieblingsplatz im Loki-Schmidt-Garten © Elbgängerin

Der Loki-Schmidt-Garten bleibt etwas Besonderes

Ich könnte stundenlang auf dieser Bank sitzen, den Kois zuschauen und auf das Wäldchen am gegenüber liegenden Ufer glotzen. Klar, man hört ab und zu noch die Autos vorbeisausen und hat natürlich die alltäglichen Großstadtgeräusche als Grundrauschen. Trotzdem finde ich es im Loki-Schmidt-Garten wahnsinnig entspannend. Vor allem im Alltag. Ganz egal, ob man nun einen stressigen oder einen Arbeitstag hatte, der vollkommen in Ordnung war. Einmal kurz Luft holen eben. Runterkommen. Sich erden. Dafür nutze ich den botanischen Garten sehr gerne. Gerade weil er so fantastisch an die öffentlichen Verkehrsmittel angebunden und dementsprechend gut zu erreichen ist.

Da ich den Loki-Schmidt-Garten erst in diesem Sommer als regelmäßigen Entspannungsort für mich entdeckt habe, bin ich mal gespannt, wie sich die weiteren Besuche im Herbst und Winter so gestalten werden. Im Sommer war es schließlich kein Problem, nach der Arbeit da mal schnell für ein Stündchen hinzufahren. Ab Oktober schließt die Anlage aber schon um 17 Uhr. Das wird für mich verdammt knapp. Na ja, und wenn im Winter um 16 Uhr Schicht im Schacht ist, ist ein Besuch werktags einfach nur utopisch. Da arbeite ich noch. Bleibt in Zukunft also nur noch das Wochenende. Obwohl mich diese Einschränkung zuerst ein wenig geärgert hat (ich bin halt auch nur ein ganz normales Konsumopfer), finde ich sie inzwischen ganz gut. Denn so kann der Loki-Schmidt-Garten für mich nicht zur Gewohnheit werden, sondern bleibt etwas Besonderes.

Loki-Schmidt-Garten, Hamburg, Elbgängerin, Neuer botanischer Garten
Blick auf den See von meinem Lieblingsplatz aus © Elbgängerin
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5 Kommentare Gib deinen ab

  1. WortGestalt sagt:

    Ein See und ein Steg! 😀 Sollte es mich mal wieder nach Hamburg verschlagen, ist das ein toller Tipp, vielen Dank, ich liebe Parks und Gärten!

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    1. Elbgängerin sagt:

      Sehr gerne doch! Wir haben hier in Hamburg aber noch mehr Seen mit Stegen. Mein‘ ja nur. 😉 Ist also immer eine Reise wert! Inklusive Elbgängerin-Besuch, bitte. 🙂 Wir haben hier angeblich 1500 Grünanlagen in Hamburg. Ich bin also die nächsten Jahre hier auf dem Blog beschäftigt. 😉

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      1. WortGestalt sagt:

        Da freue ich mich über jede Menge inspirierender Tipps! 😀 Ich könnte ja manchmal schon einfach nur stundenlang so schöne Bilder anschauen, wie hier vom steg und vom See. Da bekommt das Herz immer Sehnsucht nach viel Grün! Zum Glück sind wir hier in Berlin damit auch nicht zu knapp versorgt, grüne Plätzchen in der großen Stadt sind immer so gut für alles mögliche!

        Und wenn ich mal in Hamburg bin, mache ich das nicht, ohne mich zu melden! Alleine schon wegen deiner Ortskenntnisse was geniale Streetart angeht! 😀

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      2. Elbgängerin sagt:

        Kriegst dann auch ne Streetart-Tour, wenn du möchtest! 🙂

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      3. WortGestalt sagt:

        Muhahaha, und wie ich das möchte! 😀

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