#MachMitBeimWir: Kampagne gegen Einsamkeit

12 Aktionen in 12 Wochen – mit der Kampagne #MachMitBeimWir von Freunde alterMenschen e.V. können Wildfremde aller Altersklassen in Kontakt miteinander kommen. Denn nicht nur alte Menschen leben heutzutage immer isolierter. Ich habe mich mit Kerstin Hoffmann, aus derem Herzen die Kampagne entsprungen ist, auf einen Kaffee getroffen, um mit ihr über #MachMitBeimWir zu reden.

Das Thema Einsamkeit geht uns alle etwas an. Denn es gehört inzwischen zu unserer Gesellschaft. Schon lange ist es keine Selbstverständlichkeit, dass Oma und Opa, Tante und Onkel im Kreis der Familie alt werden. Nicht selten gibt es aus den verschiedensten Gründen zum Beispiel eben jene Familie nicht mehr. Und das liegt nur selten daran, dass eine Familie bis aufs Blut zerstritten ist. Meist sind die Gründe ganz banal. Zum Beispiel wenn es die Kinder aus beruflichen oder Liebesgründen in eine andere Stadt oder gar in ein anderes Land verschlägt. Oder wenn der Partner stirbt. Einsamkeit kann sich sehr schnell und quasi bei jedem breitmachen. Die Folge: gerade ältere Menschen fühlen sich dann nicht mehr als Teil der Gesellschaft, bauen ab, fristen meist nur noch vor sich hin.

Genau an dieser Stelle greift die Arbeit von Freunde alter Menschen e.V. ein. Denn der Verein bringt junge und alte Menschen zusammen und stiftet Besuchspartnerschaften. Junge Menschen sollen dabei nicht alltägliche Arbeiten für die Älteren übernehmen, die diese nicht mehr schaffen. Nein! Dafür gibt es die Sozialdienste und Pflegeämter. Vielmehr geht es darum, zusammen regelmäßig ein paar schöne Stunden miteinander zu verbringen, gemeinsam zu lachen, die emotionale Nähe des Gegenübers zu genießen.

#MachMitBeimWir
Einsamkeit kann jeden treffen © Pixabay

Nicht nur alte Menschen sind von Einsamkeit betroffen

„Oft kommen wir mit unserer Arbeit allerdings zu spät“, verrät mir Kerstin Hoffmann von Freunde alter Menschen e.V., als ich sie bei bestem Sonnenwetter mittags in der Hamburger Innenstadt auf einen Kaffee treffe. „Viele sind schon arg tief in ihrer Einsamkeit gefangen oder sogar dement.“ Kein Wunder, ohne ständige Außenreize baut der Geist nun mal schnell ab. Und der Verein kümmert sich und vermittelt, wenn die Senioren mindestens 75 Jahre alt sind. Wenn da dann schon jemand vor lauter Einsamkeit in die Depression abgeglitten ist, kann man nur noch schwer was tun.

Und genau deswegen hat Kerstin Hoffmann die Initiative #MachMitBeimWir ins Leben gerufen. Denn gerade im Alter ist die Einsamkeit zwar am weitesten verbreitet, man findet sie aber auch immer häufiger bei jüngeren Menschen. Weil wir kaum noch auf andere zugehen; weil wir uns Fremden gegenüber nicht mehr so einfach öffnen; weil wir immer häufiger aufs Handy starren und die sozialen Medien mit dem echten Leben verwechseln.

Einfach mal miteinander klönen

#MachMitBeimWir möchte Menschen einfach zusammenbringen und ihnen eine Möglichkeit bieten, miteinander ins Gespräch zu kommen. Was sich dann daraus entwickelt, ist jedem selbst überlassen. Entweder man verabschiedet sich nach einer Begegnung. Oder man tauscht halt Nummern aus. Oder man verabredet sich direkt für ein nächstes Treffen. Möglichkeiten gibt es viele. Und allesamt sind unverbindlich.

Aber wie genau sehen die Aktionen von #MachMitBeimWir denn nun aus? Den Auftakt machte am 1. Oktober zum Beispiel der „Klön-Tisch“ in Eimsbüttel. Kerstin und ihre Kollegen hatten Kuchen gebacken und auf dem Fanny-Mendelssohn-Platz Tische und Bänke aufgestellt. Wer wollte, bekam ein Stück Kuchen, einen Kaffee und konnte noch ein wenig quatschen. Über die Stunden kamen es so zu einigen interessanten Gesprächen. Wobei noch viele unterschiedliche Aktionen folgen werden.

#MachMitBeimWir
Gemeinsam statt einsam © Pixabay

Weitere Aktionen von #MachMitBeimWir

Wer sich zum Beispiel gerne mit Handarbeiten beschäftigt, der ist am 21. Oktober ab 14:30 Uhr ins HausDrei, dem Stadtteilkulturzentrum von Altona, eingeladen. Wobei ich mir sicher bin, dass ihr, wenn ihr einfach keinen Bock drauf habt, auch gerne ohne eure Stricknadeln vorbeischauen könnt. 😉 Am 23. Oktober hingegen lohnt sich von 13 bis 18 Uhr ein Besuch der Haltestelle Emilienstraße (U2), wo sich seit ein paar Monaten auf dem Bahnsteig der Zuhörkiosk „Das Ohr“ befindet (über den ich auch mal dringend berichten müsste). Dort wird eine Aktion stattfinden. Genaueres dazu weiß ich leider noch nicht. Geht halt einfach hin und findet es selbst heraus. 😉

Wo ich aber schon Details zu kenne: Am 1. November wird von 11 bis 15 Uhr der „Klön-Pott“ im Café Osterdeich eingeführt. Das ist ein spezieller Kaffeebecher, der den anderen Besuchern signalisiert, dass man an einem Gespräch interessiert ist. Entscheiden sich mehrere Menschen für so einen Kaffeebecher, ist es viel einfacher miteinander ins Gespräch zu kommen, weil man ja auf einen Blick sieht, wer noch so Bock auf einen kleinen Schnack hätte. Den Klön-Pott wird es natürlich nicht nur am 1. November im Café Osterdeich geben. Geplant ist, dass er dort bis Ende des Jahres bleiben soll.

#MachMitBeimWir und die 15-Tage-Challenge

Nun kann man ja nicht überall immer hin und dabei sein. Vor allem nicht, wenn man berufstätig ist. Oder etwa gar nicht in Hamburg wohnt. Das ist nicht weiter schlimm. Die Initiative kann man nämlich trotzdem unterstützen und auch noch etwas für sich selbst mitnehmen. Denn zum #MachMitBeimWir gehört auch eine 15-Tage-Challenge. Jeden Tag gibt es eine kleine Aufgabe, der man sich stellen kann. Ihr könnt mit der Challenge anfangen, wann immer ihr wollt. Natürlich könnt ihr sie einfach nur für euch machen. Einfach so. Oder ihr teilt eure Erfahrungen in den sozialen Netzwerken – und nutzt dabei eben den Hashtag der Kampagne. #MachMitBeimWir. So könnt ihr euch nicht nur mit anderen Teilnehmern vernetzen, sondern gleich noch auf die Kampagne aufmerksam machen. Hier seht ihr alle 15 Aufgaben auf einem Blick – ihr könnt das Foto auch gerne mitnehmen selbst woanders verwenden:

#MachMitBeimWir

Und weil Reden bekanntlich Silber, handeln aber Gold ist, werde ich morgen selbst mit der 15-Tage-Challenge beginnen. Und zwar auf meinem Instagram-Account, weil ich da einfach die größte Reichweite habe. Dort werde ich euch die nächsten 15 Tage unter dem Hashtag #MachMitBeimWir auf dem Laufenden halten, wie es mir mit den einzelnen Aufgaben so ergangen ist. Habt ihr Bock mitzumachen? Und für alle, die jetzt grummeln, weil sie Instagram kacke finden oder so: gerne gibt es von mir am 16. Tag dann hier eine Zusammenfassung. 😉

Die Kampagne #MachMitBeimWir findet ihr übrigens nicht nur via Freunde alter Menschen e.V., sondern auch auf Facebook und Instagram. Ich bin mir sicher, Kerstin Hoffmann und ihre Kollegen würden sich über das ein oder andere Like ebenso freuen wie über jeden, der – in welcher Form auch immer – mitmachen möchte.

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