Dieses einzigartige Gefühl, wenn man nach Hamburg heimkehrt

Fast jeder Hamburger kennt sie. Die Emotionen, die in einem aufwallen, wenn man seine Heimatstadt verlässt. Und besonders, wenn man wieder zurückkommt. Bei mir sind es meistens überwältigende Gefühle voller Liebe und Dankbarkeit. Liebe zu dieser wunderschönen Stadt. Dankbarkeit, in ihr leben zu dürfen.

Hamburg, Köhlbrandbrücke, Elbgängerin, Heimkehr
Hamburg fährt irgendwie immer mit © Elbgängerin

Es ist schon eine spezielle Liebe, die Hamburger – egal ob dort geboren oder zugezogen – mit ihrer Stadt verbindet. Meist nimmt man Hamburg einfach als Selbstverständlichkeit hin. Im Sommer und in der Vorweihnachtszeit ärgert man sich vielleicht über die Touristenmassen, die die schönsten Plätze der Stadt überschwemmen und für sich beanspruchen. Und auch wenn man die touristischen Ecken der Hansestadt selbst längst über hat, geht einem eben doch mehr oder minder immer das Herz auf, wenn man die Elbe sieht, an den Landungsbrücken vorbeifährt oder aber in der Ferne die Hafenkräne sieht. Hamburg ist verdammt schön. Das weiß man hier. Das fühlt man hier. Deswegen bleibt man auch. Hier.

Trotzdem soll ja Momente geben, in denen Hamburger ihre Stadt auch mal verlassen. Wenn man zum Beispiel beruflich unterwegs ist. Wobei es ja durchaus auch eine freiwillige Verlassbasis gibt. Urlaub, Familienbesuche, Tagesausflüge. So was eben. Verlässt man die Stadt in Richtung Norden, geht es noch so einigermaßen mit dem Trennungsschmerz. Man kommt dann halt nicht am Hafen vorbei. Der Übergang ist fließender. Auch mit dem Zug tut das Scheiden nicht ganz so weh. Weil die meisten Züge derart überfüllt sind, dass man schon am Hafen vorbei ist, bevor man seine Gliedmaßen überhaupt sortieren konnte. Das ist Ablenkung auf höchstem Nervniveau.

Hamburg, Hafen, Elbgängerin
Abschied vom Hafen © Elbgängerin

Zum Abschied einmal am Hafen vorbei

Verlässt man die Stadt durch den Elbtunnel, kann der akute Trennungsschmerz allerdings heftig sein. Schließlich fährt man dann direkt am Hafen und damit auch an all den wunderschönen Kränen vorbei. Mir blutet da jedes Mal ein wenig das Herz. Klar, ich freue mich auf den Tag, den Urlaub oder was auch immer da außerhalb von Hamburg vor mir liegt. Aber trotzdem. Dieser Blick auf die Kräne, die Freiheit, Weite und Offenheit versprechen, die machen mir den Abschied jedes Mal schwer. Und das geht nicht nur mir so. Viele erkennen in diesem Moment mal wieder, wie schön Hamburg eigentlich ist. Und das macht schwere Herzen. Habe ich mir sagen lassen.

Umso größer ist dann allerdings die Freude, wenn man wieder zurückkommt. Die Heimkehr nach Hamburg ist aber tatsächlich etwas ganz Besonders. Jeder, der hier lebt, wird ihn kennen, den sich erhöhenden Herzschlag, wenn man in der Ferne die ersten Kräne sieht. Da kann man noch so müde und noch so genervt sein, weil auf der Autobahn mal wieder die Hölle los und lauter Idioten unterwegs waren und für den Elbtunnel mal wieder Stau angesagt ist. Sobald die Kräne in Sichtweite sind, wird das Reiseleben ein klein wenig leichter.

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Wenn man in der Ferne die ersten Kräne sehen kann … © Elbgängerin

Elbtunnel oder Köhlbrandbrücke?

Wobei es kurz vorm Elbtunnel meist nicht nur zu einer Geduldsprobe kommt, sondern auch zu einer Entscheidungsfindung. Wieviele Röhren sind heute offen? Wie lang ist die Schlange? Lohnt es sich zu warten? Oder doch lieber über die Köhlbrandbrücke? Für mich als chronische Beifahrerin ist es immer wieder spannend, wie mein geliebter Elbläufer sich entscheiden wird. Meistens lohnt sich die kurze Warterei vorm Elbtunnel für uns, weil Altona sehr verkehrsgünstig angebunden ist. Aber als wir das letzte Mal bei bestem Cabriosonnenwetter zurückkamen, entschied sich mein geliebter Elbläufer für die Köhlbrandbrücke. Solange wir sie noch haben, sollten wir sie auch nutzen. Was war mein Jubel doch groß!

Leute, ernsthaft: fahrt häufiger über die Köhlbrandbrücke! Dieses bewusste Überqueren ist einfach toll. Und dann erst die Aussicht! Kräne ohne Ende! Rechts das weite Land, links die Stadt. Michel und Elbphilharmonie grüßen freundlich aus der Ferne, es riecht nach Hafen, nach Leben. Statt sich dicht an dicht durch den Elbtunnel zu schieben, hat man hier meist freie Fahrt. Herrlich! Mir quillt jedes Mal das Herz vor Freude über. Endlich wieder Zuhause! Und wenn die Heimkehr, so wie neulich, auch noch bei so einem wundervollen Goldherbstwetter passiert, kann nichts mehr den Tag noch schöner machen. Diese Gefühle, so absurd sie sich auch für Externe anhören mögen, wird jeder Hamburger in der ein oder anderen Form kennen. Deswegen musste ich sie an dieser Stelle einfach mal loswerden. 😉

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Einmal über die Köhlbrandbrücke, bitte © Elbgängerin
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5 Kommentare Gib deinen ab

  1. Ich muss sagen, du schaffst es mir wieder große Lust auf Hamburg zu machen. 😀 – Kann Dich aber gut nachvollziehen, denn selbst ich als Ostwestfale komme unheimlich gerne in die Hansestadt, die einfach ein Flair hat, das andere deutsche Großstädte vermissen lassen. Man fühlt sich recht schnell wohl, atmet gerne mal tiefer ein und schaltet schnell runter. Trotz der hunderttausend Einwohner empfand ich Hamburg nie als hektisch – was mir als jemand, der seine Ruhe schätzt, ziemlich wichtig ist. Du hast Deine Heimat wirklich gut gewählt. 🙂

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    1. Elbgängerin sagt:

      Mach mal aus den Hunderttausend knapp zwei Millionen Einwohner. Fällt nicht so auf, dass Hamburg soviele Menschen hat, weil die Stadt ne große Fläche hat. Da verläuft sich alles etwas. 😉
      Aber ansonsten bleibt mir nichts anderes übrig, als dir aus vollem Herzen zuzustimmen. Euch sollte es aber wirklich mal hierher treiben. Ich gebe auch die Reiseführerin für euch! 😊

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      1. Ja, hunderttausend ist a bissel wenig, haste Recht. 😀 Aber genau das meine ich. Diese Masse verläuft sich bzw. auf mich wirkt Hamburg nicht so trubelig. Etwas was mir ja auch an Edinburgh so gut gefallen hat. – Ach, ich würde gerne mal wieder nach Hamburg, aber mit unseren zwei Mädchen ist da leider wenig Ruhe für Sightseeing … und überhaupt wenig Ruhe an sich. Und gerade Hamburg möchte ich schon mit Muße genießen. Da müssen die zwei noch ein bisschen größer werden bzw. wir mal nur zu zweit kommen. Doch mehr als zwei, dreimal im Jahre möchte ich meiner Schwiegermutter das auch nicht „aufhalsen“. 😉 – Wenn es denn aber klappt, melde ich mich vorher. Das hatte ich ja bereits versprochen!

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      2. Elbgängerin sagt:

        Hey, vollstes Verständnis hier. Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass es irgendwann mal klappt. Hamburg läuft ja nicht weg. Und ich dementsprechend auch nicht. 😉

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  2. Xeniana sagt:

    Ich finde die auch Klasse!

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