MenscHHen #8: Mein Mann, der Hummelretter

Seit ein paar Wochen haben wir ein paar Lavendeltöpfe an der Brüstung unseres Balkons hängen. Sieht schön aus. Riecht auch schön. Und man ist nie allein. Denn von Anfang an tummelten sich da munter ein paar junge Hummeln herum. Als tiefverwurzeltes Großstadtwesen war mir so viel natürliche Natur zuerst nicht so geheuer. Dieses ganze Gebrumme…

MenscHHen #7: Die Obdachlose mit der Wagenkarawane

Kinderwagen und Hackenporsches. Und davon bestimmt so zwölf Stück. Wenn nicht sogar mehr. Darin: ihr gesamtes Hab und Gut. Viele Obdachlose leben mit leichtem Gepäck, aber bei ihr ist das anders. Während ihre langen schwarzen Haare, in die sich immer mehr graue Strähnen mischen, vom Wind wild ins Gesicht geweht werden, nimmt sie sich zwei ihrer…

MenscHHen #6: Der Nordafrikaner und die Milchbrötchen

Zur Feierabendzeit ist es am Busbahnhof Altona besonders voll. In der Wartezone und erst recht in den Bussen selbst. Die Menschen wollen nach Hause, sind abgespannt vom Arbeitstag, wollen ihre Ruhe, sind meistens nicht gut drauf. Dementsprechend ist das Gedrängel und Geschubse beim Einsteigen groß und lästig. Weil man meistens Fremdellbogen zu spüren bekommt –…

MenscHHen #5: Katjas Leben auf der Straße

Im Spätsommer vergangenen Jahres habe ich sie zum ersten Mal gesehen: die schlanke, adrett gekleidete Frau unter all den Obdachlosen neben dem McDonald’s am Bahnhof Altona. Wie eine Bankerin sah sie aus: Föhnfrisur, freundliches Lächeln. Immer sauber und gepflegt. Und sehr höflich. Nur der Rollator viel auf. Den hatte sie immer bei sich. Als Gehhilfe,…

MenscHHen #4: Der Trommler vom Hohen Elbufer

Wenn ihr am Aussichtspunkt an der Palmaille genug Elbe pur mit Augen und Seele aufgenommen habt und dann nach rechts und über die Brücke geht, die euch zum nächsten Parkabschnitt am Hohen Elbufer führt, dann kommt ihr rechter Hand an ein paar Holzparkbänken vorbei. Ein toller Ort, um

MenscHHen #3: Die hilfsbereite Teufelsaustreiberin

Sie trägt eine beige Wolldecke mit Karomuster statt Hose oder Rock. Ihre schmutzigblonden Haare hängen ihr wild-strähnig ins Gesicht und zerfransen irgendwo auf ihrem Armeeparker. Das Leben hat sie abgenutzt. Das sieht man. Aber ihre blauen Augen blicken

MenscHHen #2: Der König von Ottensen

Samstag. Spätabends. Der öffentliche Raum in Hamburg friert unter Eis, das sich immer weiter ausbreitet und die Straßen und Gehwege kristallig funkeln lässt. Es ist glatt. Und es wird glatter. Mein geliebter Elbläufer und ich schliddern von Hopper Bräu gen kuscheliges Sofa durch die schimmernden Straßen von Bahrenfeld und dann Ottensen. Mal können wir gehen,…

MenscHHen #1: Das Bratpfannenmädchen

Gestern Abend, Stresemannstraße. So Höhe der letzten 90er Hausnummern, kurz vor dem Baugerüst. Plötzlich stand sie auf dem Fußgängerweg, rannte die Haustürstufen wie im Flug hinunter: das Mädchen mit den langen braun-wilden Locken überm cremeweißen Strickpulli und der schwarzen Leggins. Auf die Schuhe habe ich nicht geachtet. So weit hinunter wanderte mein Blick nicht. Denn…